|
Denn er wartete auf die Stadt, die einen festen Grund hat, deren Baumeister und Schöpfer Gott ist. (Hebräerbrief 11, 10)
In einer echten Gemeinschaft muß jeder sein inneres Geheimnis wahren können. Er braucht es nicht notwendig preiszugeben und vielleicht auch mit niemand auszutauschen. Es gibt bestimmte Gaben Gottes, bestimmte Leiden und Quellen der Inspiration, die durchaus nicht der ganzen Gemeinschaft mitgeteilt zu werden brauchen. Jeder muß sein persönliches Gewissen und sein geistliches Leben allein vertiefen können. Gerade daraus ergeben sich Schwäche und Stärke der Gemeinschaft: Schwäche, denn es wird immer eine große Unbekannte geben, nämlich die Unbekannte des persönlichen Gewissens des einzelnen, der frei ist, entweder durch eine Vertiefung der unverdienten Gaben zum Aufbau der Gemeinschaft beizutragen, oder aber im Gegenteil der Liebe untreu und also egoistisch zu werden, zu resignieren und damit der Gemeinschaft zu schaden. Die Schwäche der Gemeinschaft kann sich weiter aus folgendem ergeben: Der absolute Vorrang des einzelnen, seiner Gottesbeziehung und seiner persönlichen Wahrheit kann dazu führen, daß er durch eine neue Berufung von Gott einen anderen Platz in der Gemeinschaft einnimmt und nicht mehr jene Funktion ausübt, welche die Gemeinschaft bis dahin am nützlichsten fand, oder er kann die Gemeinschaft sogar körperlich verlassen. Die Wege Gottes mit einem Menschen sind nicht immer die menschlichen Wege oder jene, welche die Verantwortlichen für jemanden entschieden haben, noch auch die Wege der menschlichen Vernunft und Erfahrung. Aber aus dem Vorrang des einzelnen kann sich auch die Stärke der Gemeinschaft ergeben, denn nichts ist stärker als ein Herz, das liebt und das sich Gott und den anderen hingibt. Liebe ist stärker als Angst. |
| (Jean Vanier: In Gemeinschaft leben, p. 40) | (nach oben) |
|
Dies ist ein Grund dafür, warum die Kirche heute so wenig Vollmacht hat; wir haben Menschen zur Kirche, zu unseren Lehren, unseren Projekten und Organisationen bekehrt, wir haben sie zu fast allem bekehrt, nur nicht zu Christus. Wir tun das, da das unleugbare Evangelium zuviel Anstoß erregt. Wir denken, daß die reine Wahrheit des Evangeliums sowieso dazu verurteilt ist, als Torheit abgelehnt zu werden. Doch genau in dieser Torheit liegt die Kraft der Botschaft des Evangeliums. Es soll von denen abgelehnt werden, die die Wahrheit nicht mehr lieben als ihren Stolz. Das Evangelium soll von denen abgelehnt werden, die dazu neigen, es dafür zu verwenden, um selbst groß rauszukommen und sich den Beifall der Menschen zu sichern. (...)
|
| (Rick Joyner: Die Engel, die Ernte ... , pp. 102 ff.) | (nach oben) |
|
|
| 10. august 2007 (zurück) // home / lifeline / stichworte |